Kinderlieder · Klassiker

Ein Männlein steht im Walde

Ein gesungenes Rätsel über die Hagebutte: das traditionelle Kinderlied „Ein Männlein steht im Walde“ mit Text und Spielidee.

  • Veröffentlicht: 17.11.2025
  • Alter: 2–8 Jahre
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Liedtext

Ein Männlein steht im Walde

Ganz still und stumm,

Es hat von lauter Purpur

Ein Mäntlein um.

Sagt, wer mag das Männlein sein,

Das da steht im Wald allein

Mit dem purpurroten Mäntelein?

Das Männlein steht im Walde

Auf einem Bein

Und hat auf seinem Haupte

Schwarz Käpplein klein.

Sagt, wer mag das Männlein sein,

Das da steht im Wald allein

Mit dem kleinen schwarzen Käppelein?

(Gesprochen:)

Das Männlein dort auf einem Bein

Mit seinem roten Mäntelein

Und seinem schwarzen Käppelein

Kann nur die Hagebutte sein.

Herkunft

Den Text schrieb August Heinrich Hoffmann von Fallersleben 1843 im 19. Jahrhundert. Gesungen wird er auf eine überlieferte niederrheinische Volksweise, die um 1800 belegt ist; ihr Urheber ist nicht bekannt. Text und traditionelle Melodie sind gemeinfrei. Die abschließende Auflösung wird gewöhnlich gesprochen.

Bedeutung

Das Lied ist ein kleines Rätsel aus der Natur. Das geheimnisvolle Männlein ist kein Mensch, sondern eine Hagebutte, also die Frucht einer Rose. Ihr rotes Äußeres wird zum purpurroten Mantel, der Stiel zum Bein und die dunklen Blütenreste zum schwarzen Käppchen. Viele Kinder denken zunächst an einen Fliegenpilz; gerade deshalb lohnt es sich, die Hinweise gemeinsam anzuschauen. Singt die beiden Strophen ruhig und deutlich und macht nach jeder Frage eine kurze Ratepause. Die gesprochene Auflösung bleibt bis zum Schluss geheim. Ein Foto oder eine mitgebrachte Hagebutte hilft anschließend, die Bilder des Liedes zu entdecken.

Spielidee

Die Kinder stehen wie das Männlein ganz still und legen sich einen unsichtbaren Mantel um. In der zweiten Strophe balancieren sie kurz auf einem Bein und formen mit den Händen ein Käppchen auf dem Kopf; wer möchte, hält sich dabei fest.

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