Kinderlieder · Klassiker
Hänschen klein
„Hänschen klein“ erzählt vom Aufbrechen und Heimkommen – ein vertrautes Kinderlied zum Singen und Mitspielen.
Liedtext
Hänschen klein
ging allein
in die weite Welt hinein.
Stock und Hut
steh’n ihm gut,
ist gar wohlgemut.
Aber Mutter weinet sehr,
hat ja nun kein Hänschen mehr.
Da besinnt
sich das Kind,
läuft nach Haus geschwind.
Herkunft
Der ursprüngliche Text stammt von Franz Wiedemann (1821–1882) aus dem 19. Jahrhundert. Hier steht die gebräuchliche kurze, volkstümlich überlieferte Fassung; sie ist gemeinfrei. Die ebenfalls gemeinfreie Volksmelodie ist bereits im frühen 19. Jahrhundert belegt und auch mit dem Text „Alles neu macht der Mai“ bekannt.
Bedeutung
Das Lied erzählt von einem Kind, das neugierig und voller Zuversicht in die Welt aufbricht. Mit Stock und Hut fühlt sich Hänschen schon groß. Als es merkt, dass die Mutter traurig ist, kehrt es wieder nach Hause zurück. In der kurzen Fassung stehen Entdeckerlust, Trennung und Wiedersehen im Mittelpunkt. Mit Kindern lässt sich das Lied ruhig und in einer bequemen Tonlage singen. Die kurzen Zeilen eignen sich gut zum Vorsingen und Nachsingen. Anschließend kann man gemeinsam überlegen: Was würde Hänschen unterwegs entdecken? Dabei darf deutlich werden, dass Kinder Neues ausprobieren dürfen und die Gefühle der Erwachsenen nicht allein ihre Verantwortung sind.
Spielidee
Die Kinder setzen einen unsichtbaren Hut auf, nehmen einen gedachten Wanderstock und gehen singend auf der Stelle. Am Schluss laufen sie mit kleinen Schritten zu einem vereinbarten Platz zurück und winken zur Begrüßung.