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Fünf Freunde messen nach

Für eine neue Picknickdecke messen die Freunde mit ihren unterschiedlich großen Pfoten und entdecken, warum ein gemeinsamer Maßstab hilfreich ist.

  • Veröffentlicht: 19.09.2026
  • Alter: 5–8 Jahre
  • 7 Minuten Vorlesezeit
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Mimi Maus zog an ihrer roten Latzhose und betrachtete die alte Picknickdecke. Ein Zipfel lag unter Bruno Bär. Ein anderer steckte unter Piets Stachelbauch. Emma Eichhörnchen saß halb auf der Decke und halb im Moos.

Fritz Fuchs hatte nur seine Schwanzspitze untergebracht.

„Sehr bequem“, sagte er. „Für meine Schwanzspitze.“

Mimi kicherte. Dann schob sie ihren Teller zur Seite. Dabei rutschte ein Apfelstück ins Gras.

„Wir brauchen eine neue Decke!“, rief sie. „Eine, auf die wir alle passen. Mit Tellern. Und mit Apfelkuchen.“

„Besonders mit Apfelkuchen“, brummte Bruno.

Die fünf Freunde rückten zusammen. Im Freche-Maus-Wald roch es nach Tannennadeln und warmem Gras. Über ihnen raschelten die Blätter.

„Wie groß soll die Decke werden?“, fragte Piet Igel.

Mimi streckte ihre kleine Pfote aus.

„Das messen wir nach!“

Pfote an Pfote

Zuerst suchten die Freunde eine ebene Stelle neben dem Haselbusch. Dort legten sie ihre Teller ins Gras und setzten sich darum. Bruno machte es sich gemütlich. Emma ließ Platz für ihren Korb. Fritz streckte vorsichtshalber den ganzen Schwanz aus.

„So viel Platz wäre schön“, sagte Piet.

Mimi markierte die vier Ecken mit kleinen Steinen. Dann hockte sie sich an eine Seite.

„Ich messe mit meiner Pfote.“

Sie setzte ihre Pfote neben den ersten Stein. Mit einem dünnen Zweig machte sie einen Strich an der Spitze. Dann setzte sie die Pfote genau dort wieder an.

„Eins, zwei, drei …“

Bei zwölf musste sie niesen.

„Hatschi! Dreizehn? Oder vierzehn?“

„Zwölf waren fertig“, sagte Piet. Er hatte für jede Pfote einen Kiesel in eine Reihe gelegt.

„Gut, dass du mitzählst.“

Mimi maß weiter. Schließlich saß sie zufrieden vor dem letzten Stein.

„Dreißig Pfoten lang!“

Die kürzere Seite maß sie auch.

„Und zwanzig Pfoten breit.“

Fritz nahm ein Stück Baumrinde. Mit Kohle schrieb er darauf: 30 Pfoten lang, 20 Pfoten breit.

„Ein prächtiger Deckenplan“, sagte er. „Ich passe darauf auf.“

Am nächsten Morgen holte Emma bei der Stoffkammer am Waldrand ein großes Stück gelben Stoff. Die Freunde wollten daraus ihre Decke schneiden. Aus den Resten sollten Kissen entstehen.

„Ich bin zuerst da!“, rief Emma. „Dann messe ich schon einmal.“

Sie las den Plan und legte ihre Pfote auf den Stoff.

„Eins, zwei, drei …“

Als Mimi ankam, blinzelte sie.

Emmas Markierungen lagen viel weiter auseinander als die Steine auf der Wiese.

„Hast du einen Tanzplatz für Frösche mitgemessen?“

„Nein“, sagte Emma. „Dreißig Pfoten. Genau wie auf dem Plan.“

Mimi hielt ihre kleine Pfote neben Emmas größere.

Beide schauten hin.

„Oh“, sagten sie.

Eine Decke bis zum Bach?

Nun kam Bruno. Unter seinem Arm klemmte ein Körbchen Birnen.

„Gibt es schon Picknick?“

„Noch nicht“, sagte Mimi. „Unsere Decke ist über Nacht gewachsen.“

Emma zeigte auf die Markierungen.

„Ich habe richtig gezählt. Wirklich.“

„Dann prüfen wir es“, sagte Bruno. „Ganz gemütlich.“

Er legte seine große Bärenpfote an den Stoffrand.

Mimi stellte sich daneben. Ihre Pfote sah neben seiner aus wie ein Blatt neben einem Kohlkopf.

Bruno zählte langsam. Schon nach wenigen Pfoten war er am Ende des Stoffes.

„Für dreißig reicht das niemals.“

Fritz kam gerade um den Haselbusch.

„Dreißig Bärenpfoten?“, fragte er. „Wollen wir den ganzen Wald zum Essen einladen?“

„Vielleicht noch den Bach“, sagte Emma.

„Der kleckert bestimmt“, meinte Fritz.

Alle lachten. Nur Mimi betrachtete den Plan.

„Aber da steht doch, wie groß die Decke werden soll.“

Piet setzte sich neben sie.

„Da steht eine Zahl. Und da steht Pfoten. Aber nicht, wessen Pfoten.“

Die Freunde legten ihre Pfoten nebeneinander in den weichen Sand. Mimi drückte ihre hinein. Dann Emma, Piet, Fritz und Bruno.

Fünf verschiedene Abdrücke blieben zurück.

Mimi fuhr mit einem Finger um ihren winzigen Abdruck.

„Meine dreißig Pfoten sind also etwas anderes als Brunos dreißig Pfoten.“

„Ganz genau“, sagte Piet.

„Dann schreiben wir einfach: dreißig Mimi-Pfoten“, schlug Fritz vor.

Emma schüttelte den Kopf.

„Und wenn Mimi nicht da ist? Muss ich sie dann erst suchen?“

„Vielleicht bin ich gerade auf Entdeckungsreise“, sagte Mimi. „Oder ich bade. Dann gibt es nasse Maße.“

Bruno betrachtete seine Tatzen.

„Wir brauchen etwas, das nicht wegläuft.“

„Und das für uns alle gleich lang ist“, ergänzte Piet.

Einen Moment war es still.

Dann hob Mimi den Zweig auf, mit dem sie ihre Pfoten markiert hatte.

„Kann so etwas unser gemeinsames Maß sein?“

Der Stock, der für alle passt

Gemeinsam suchten sie einen geraden, festen Stock. Er war nicht zu lang und nicht zu kurz. Emma entfernte ein kleines Seitenästchen. Bruno rieb die raue Stelle mit einem flachen Stein glatt.

Fritz band ein rotes Bändchen um die Mitte.

„Damit niemand aus unserem Maß einen Suppenlöffel macht.“

Sie legten den Stock neben Mimis Pfote. Dann maß Mimi sorgfältig an ihm entlang.

„Fünf meiner Pfoten!“

Zurück auf der Wiese setzte Piet den Stock an einen Eckstein. Am anderen Ende steckte Emma einen Halm in die Erde. Dort legte Piet den Stock erneut an.

„Keine Lücke lassen“, sagte Mimi.

„Und nicht über den Halm zurückrutschen“, ergänzte Emma.

Bruno zählte. Fritz passte auf, dass niemand die Ecksteine verschob.

Die lange Seite war sechs Stöcke lang. Die kurze Seite war vier Stöcke breit.

„Das ist unser Deckenmaß“, sagte Piet.

Fritz ergänzte den Plan: 6 rote Maßstöcke lang, 4 rote Maßstöcke breit.

Dann trugen sie den Stock zum Stoff.

Diesmal durfte jeder messen. Mimi begann. Emma machte weiter. Danach kamen Piet, Fritz und Bruno.

Ob kleine Mäusepfote oder große Bärentatze: Mit demselben Stock kamen alle an derselben Stelle an.

„Die Decke wächst nicht mehr!“, rief Emma.

„Schade“, sagte Fritz. „Ich hatte schon hundert Frösche eingeladen.“

Mimi stupste ihn an.

Gemeinsam zeichneten sie die Ränder an. Sie schnitten den Stoff zurecht und nähten den Saum mit großen, bunten Stichen. Mimi durfte das letzte Fadenende abschneiden.

Am Nachmittag breiteten sie die neue Decke neben dem Haselbusch aus.

Alle fanden Platz. Auch die Teller. Auch Emmas Korb. Sogar Fritz’ ganzer Schwanz lag auf dem gelben Stoff.

Bruno stellte einen Apfelkuchen in die Mitte.

Mimi holte den Maßstock.

„Wozu brauchst du den jetzt?“, fragte Piet.

Sie grinste.

„Ich wollte nur nachsehen, wie viele Stücke Kuchen auf meine Seite passen.“

Fritz schob ihr einen Teller hin.

„Fang mit einem an.“

Mimi nahm ein Stück. Dann reichte sie den Kuchen weiter.

Der rote Maßstock lag neben der Decke. Für heute hatte er genug gemessen.

Zum Weiterdenken

  • Warum wurden Emmas und Brunos Messungen anders als Mimis?
  • Was könntet ihr als gemeinsamen Maßstab nehmen, um einen Tisch zu messen?
  • Worauf müsst ihr achten, wenn ihr euren Maßstab mehrmals hintereinander anlegt?

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